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Jitka Oleárníková am Begegnungen am Goldenen Steig

Sehr geehrte Damen und Herren, bereits zum dreizehnten Mal ist die Union für gute Nachbarschaft tschechisch- und deutschsprachiger Länder Partner der Hanns-Seidel-Stiftung bei den Begegnungen am Goldenen Steig in Prachatice. Für mich ist es eine große Ehre und zugleich eine angenehme Pflicht, Sie hier im Namen der Union begrüßen zu können. Viele im Saal werden vielleicht wissen, dass unsere Union bereits auf zwanzig Jahre ihres Bestehens und auf eine ebenso lange erfolgreiche Zusammenarbeit mit vielen ähnlichen Vereinigungen zurückblickt, vor allem mit der deutschen Minderheit in der Tschechischen Republik, dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, dem Diskussionsforum, mit der Hanns-Seidel-Stiftung, dem Adalbert-Stifter-Verein, der Ackermann-Gemeinde und weiteren.

In Lauf der Jahre hat sich die Rolle unserer Union verändert, wir sind älter geworden und auch die Gesellschaft und die Prioritäten in den deutsch-tschechischen und österreichisch-tschechischen Beziehungen haben sich gewandelt. Die sudetendeutsche Frage wurde von Wirtschafts-, Energie- und Finanzfragen abgelöst. Immer stärker kommt auch die bereits in einem freien Land geborene junge Generation zu Wort, und auch wir möchten unsere Reihen wesentlich verjüngen und revitalisieren. Vor einiger Zeit haben wir sehr wirksam die Studenten von Antikomplex unterstützt und mit ihnen zusammengearbeitet, von der Rettung kleiner Sakralbauten kommen wir zur Zusammenarbeit per Internet, von Seminaren über die Beneš-Dekrete zu Seminaren über zukünftige Europaregionen und die deutsch-tschechische Zusammenarbeit im geeinten Europa.

Bei all diesen Aktivitäten pflegen wir aber auch alte Kontakte und bewährte Freundschaften, z. B. mit Herrn Klaus Rose, dem Ehrenvorsitzenden der DTSG und ehemaligen Bundestagabgeordneten, der den Kunstpreises zur deutsch-tschechischen Verständigung und die Ehrenbürgerschaft der Stadt Vilshofen erhalten hat. Das langjährige Mitglied des Rates der Union und ihr Kassenwart Herr Jan Hon bekommt die Wenzel-Jaksch-Medaille der Seliger-Gemeinde verliehen und lassen Sie mich bei dieser Gelegenheit anmerken, dass die Union ohne Menschen wie Herrn Hon, Herrn Vlach und Herrn Erhart nicht die Institution von internationaler Bedeutung wäre, die sie ist, und ich möchte ihnen an dieser Stelle für alles danken, ebenso Herrn Jindřich Mallota und den Mitarbeitern der Hanns-Seidel-Stiftung für die vorbildliche Zusammenarbeit. Ein Höhepunkt der Aktivitäten der Union ist auch in diesem Jahr wieder die Partnerschaft bei der Übergabe des erwähnten Kunstpreises zur deutsch-tschechische Verständigung, die Preisverleihung erfolgt bereits am 1. November in Ústí nad Labem.

Bisher waren die Aktivitäten der Union vor allem auf Bayern und ggf. Österreich orientiert. Diese Beziehungen wollen wir natürlich auch weiter ausbauen und vertiefen. Im Zusammenhang mit der Eröffnung des neuen Museums in Aussig und den Aktivitäten von Collegium Bohemicum möchten wir uns aber in Zukunft auch der Vertiefung der Kontakte und der Durchführung von Projekten in der Grenzregion des Freistaats Sachsen widmen. Dazu soll u. a. – als Kontaktstelle – das neu eröffnete Tschechische Büro in Dresden beitragen.

Bei den heutigen Begegnungen werden wir uns dem Thema Entwicklung der Europaregion Donau-Moldau widmen. Begegnungen wie diese helfen einerseits die Standpunkte in der jeweiligen Frage zu klären, sie geben andererseits aber auch Raum für neue Ideen und Impulse. Ich freue mich daher, dass ich heute hier sein kann, und wünsche uns allen eine gute Stimmung für unsere Gespräche.